Fluffige Gnocchi mit Spinat-Haselnuss-Pesto

Fluffige Gnocchi mit Spinat-Haselnuss-Pesto

Hui, wie die Zeit vergeht: Ich habe gerade gemerkt, dass mein letztes Rezept ja schon fast sechs Wochen her ist – aber keine Sorge, es geht mir gut. Sehr, sehr gut sogar. Abgesehen davon, dass das gut 2 Monate alte Jahr schon sehr viel erlebt hat – erst die wilde Sabine, die Deutschland durchgepustet hat, dann folgten noch ein paar schwächere Vertreter, der furchtbare Anschlag in Hanau und jetzt Corona-Panik. Egal, in welchen Supermarkt man geht, bestimmte Regale sind wie leergefegt, gerade haltbare Dinge wie Dosen, Nudeln, Mehl sind teilweise nicht mehr verfügbar.

Als ich am Freitag in der Apotheke war, säumten sich gut fünfzehn Menschen um ein Regal: darauf stand eine Ladung Desinfektionsmittel. Eine Frau hatte beide Arme vollgepackt mit Flaschen, 15 bis 20 hatte ich geschätzt. Ich stand an der Kasse und blickte die Apothekerin wohl offenbar  daraufhin so schwer entgeistert an, dass sie ihre Hand hob und mir ihr Handy zeigte, auf dem ein Timer lief, der gerade bei 4 Minuten irgendwas war. „Die Lieferung ist gerade gekommen. Wir haben hier ne Wette laufen, wann wohl alles ausverkauft sein würde.“ Ich ging raus und fragte mich, was wohl passiert, wenn es wirklich mal einen echten Notfall gibt. Wenn eine wirklich für jeden Tod bringende Seuche ausbricht. Oder Krieg. Eine Umweltkatastrophe. Irgendwas wirklich existenziell für jeden Bedrohliches.

Die Panik, bei gerade mal rund 100 Infizierten hier im Lande und über 80.000 weltweit, gruselt mich schon etwas. Ich will das alles nicht verharmlosen – ganz und gar nicht. Ich selbst habe auch für einen niedlich kleinen Vorrat gesorgt (für den Fall, dass man ins Homeoffice verbannt werden sollte), hatte ich zwar nie, aber wollte ich seit geraumer Zeit anschaffen. Und ich gebe auch zu, dass mich dieser unbekannte Virus auch nicht kaltlässt. Aber hamsterartig, kopflos panisch alles abzugreifen, was ich kriegen kann, finde ich extrem egoistisch, überzogen und leicht beängstigend. Ich hoffe, dass dieser Spuk bald vorbei ist.

Trotzdem: Das Leben ist schön. Noch schöner ist es mit leckerem Essen.

Bisher muss ich jedenfalls noch nichts aus Dosenzeugs zubereiten. Hier drin: frischer Spinat, Haselnüsse, lecker Parmesan und selbstgemachte fluffige Gnocchis – zur Not garaniert auch einfrierbar.

Zutaten für 3 Personen:

Für die Gnocchi:

  • 600 g Kartoffeln, mehlig
  • 50 g Weichweißengrieß
  • 110 g Mehl (bei mehligen Kartoffeln 65 g)
  • 2 Eigelb
  • Salz

Für das Pesto:

  • 70 g frischen Spinat
  • 75 ml Olivenöl
  • 3 EL geröstete Haselnusskerne
  • 40 g Parmesan, grieben
  • 1 kleine Zehe Knoblauch
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Kartoffeln mit Schale in Salzwasser kochen. Im Ofen bei 180 Grad 5 Minuten ausdampfen lassen, durch die Kartoffelpresse geben. Alle weiteren Zutaten hinzufügen. Kartoffelteig vierteln. Und dann diese Viertel noch mal vierteln. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus den einzelnen Teigen lange Rollen formen, ca. 25 bis 30 cm. Diese in 1 bis 1,5 cm breite Stücke schneiden. Mit einer Gabel das Gnocchi-Muster eindrücken. In Salzwasser kochen, bis sie oben schwimmen. Das dauert so 2 Minuten. Ich schrecke sie immer mit dann noch mit kalten Wasser ab.

Für das Pesto alles, bis auf den geriebenen Parmesan kürz pürieren. Käse hinzufügen. Fertig.

Öl in eine Pfanne geben, Gnocchi darin kurz anrösten und dann Pesto unterheben. Auf Teller geben und evtl. noch mit Parmesan bestreuen.



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