Bobotie: südafrikanischer Hackauflauf

Bobotie: südafrikanischer Hackauflauf

Während der Januar extrem schleppend verlief (gefühlt ein Jahr!), wie wohl jeder Januar, rast die Zeit jetzt nur so dahin. Wow – schon April. Wo sind bloß die letzten Monate hin? Und vergeht die nächste Zeit etwa auch so rasend schnell? Die Wahrheit ist: Wir haben eigentlich alle keine Zeit – und mir ist vollkommen bewusst, was ich will, von diesem Leben verlange. Was ich noch so alles tun will, bevor ich das Zeitliche segne.

Ich versuche, mich da auch nicht einzuschränken – warum sollte ich das? Und wer hat das Recht einem zu sagen, dass dies oder jenes nicht geht und man es bitte lassen sollte, weil x, weil y, weil z., blabla. Keiner. Es ist MEIN Leben. Ich bin immer dafür, aufs eigene Herz zu hören und das zu tun, was man für richtig hält.

Eine Freundin von mir hatte immer den Drang ins Ausland zu gehen – und auch erst Befürchtungen. Ich habe immer gesagt: Mach es, du wirst dich sonst irgendwann ärgern. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, vielleicht kann man den Wunsch übertünchen, sich selbst belügen – aber der Zeitpunkt wird kommen, an dem es wieder durchbricht.

Sie ging. Weil es ihr dann doch zu wichtig war. Und sie ging kürzlich wieder: wegen der Liebe nach Nepal. Ich finde das klasse – weil sie einfach macht, tut, was sie will, handelt nach ihrem Gefühl und lässt sich nicht einkerkern von Ängsten oder zu vielen Gedanken. Das tun viele Menschen – leider. Lieber ne Nummer kleiner fahren, das ist dann deren Motto. Ich schließe mich nicht davon aus, ich frage mich in solchen Fällen aber: Was hat man dann noch von diesem Leben, das keine Generalprobe ist, weil ja noch eins und noch eins danach kommt? Natürlich gibt es kein Perfekt, aber es gibt Wünsche, Sehnsüchte, Ziele. Und genau die, die am stärksten in mir arbeiten, diese Dinge versuche ich zu realisieren. Ich bin kein Fan davon, vor mich hinzuleben, nur zu schauen, was Jetzt ist, denn es gibt auch ein Morgen.

Was soll schon passieren, außer, dass etwas nicht klappt, dass ich ein “Nein” höre oder was auch immer. Ich werde deshalb ja nicht tot umfallen. Ich bin schon oft vor verschlossenen Türen gelandet, auch vor welchen, wo es fast klar war, dass diese sich nie öffnen würden. Aber ich dachte: Was soll’s. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Unbedingt machen, selbst, wenn man Angst hat, einem speiübel wird, man zittert.

Ich würde sonst wohl eine verdammt verbitterte alte Frau werden, die sich mit der bohrenden Frage “Was wäre wenn ich vor 40 Jahre einfach x, y oder z gemacht hätte?” quälen würde. So kann ich sagen: Was ich kann, das tue ich. Ich hab’s versucht – und es hat aufgrund von a oder b nicht geklappt. Fertig.

Ich habe vor einiger Zeit mal ein tolles Zitat im Netz gefunden, keine Ahnung, wer das von sich gegeben hat, aber dieser Jemand hat absolut Recht. Sollte für jeden das Lebensmotto sein: “Look around you and look inside you. How many people do you think are settling? I will tell you: a hell of a lot of people. People are settling everyday into okay relationships and okay jobs and an okay life. And do you know why? Because okay is comfortable. Okay pays the bills and gives you a warm bed at night and allows one to go out with co-workers on a Friday evening to enjoy happy hour. But do you know what okay is not? Okay isn’t thrilling, it isn’t passion, it isn’t the reason you get out of bed and wake up everyday; it isn’t life changing or unforgettable. Okay is not the reason you go to bed late and wake up early. Okay is not the reason you risk absolutely everything you’ve got just for the smallest chance that something absolutely amazing could happen.” Das ist tatsächlich meine Meinung zum Leben. Mein Leitspruch.

Und nach diesen Zeilen läute ich das Bobotie ein, ein südafrikanischer Hackauflauf, der auch absolut amazing ist. Den hätte ich nicht gegessen, wenn ich meine Faulheit nicht überwunden hätte. Es lohnt sich, Leute. Auch schon im Kleinen.

Zutaten für vier Portionen:

  • 3 Scheiben Toastbrot
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl
  • 1 kg Rinderhackfleisch
  • 2 EL Kurkuma
  • 1 EL Cayennepfeffer
  • 1 EL Currypulver
  • Saft einer Limette
  • Salz
  • 5 EL Aprikosenmarmelade
  • 50 g Mandelstifte
  • 2 EL Rosinen
  • 2 Eier
  • 200 ml Milch
  • 4 getrocknete Lorbeerblätter

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Zwiebel klein hacken und in Olivenöl in einer Pfanne braten. Hackfleisch hinzufügen. Toastbrot in der Milch einweichen, ausdrücken, mit dem Hack verkneten. Mit Cayenne, Salz, Limettensaft, Aprikosenmarmelade, Kurkuma, Currypulver würzen. Mandeln einer anderen Pfanne in etwas Öl anrösten und unter die Fleisch-Mischung heben. Hackfleisch in eine Auflaufform (26×18 cm) geben.

Eier und Milch verquirlen (da kann man ruhig die vom Einweichen nehmen), salzen und pfeffern. Eiermilch über das Hackfleisch geben, Lorbeerblätter drauflegen. Im Backofen backen. Rausholen und essen.



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