Quesadillas

Quesadillas

Ich bin noch immer im Latino-Fieber. Zwar bin ich mal eben 4500 Kilometer in den Norden gehüpft – nach Mexiko – aber lecker bleibt es dennoch. Schließlich war ich ja im Januar dort, habe Land, Leute und das Essen ebenfalls lieben gelernt.

Mir ist es tatsächlich immer wichtig, die Landesküche zu essen. Ich weiß, dass da viele Menschen anders ticken. Die brauchen dann ihre Pommes oder Nudeln mit Tomatensoße. Und zwar ausschließlich. Als ich vor 7 Jahren auf Mauritius war, hab ich mal ein Gespräch mitbekommen, das mir augenblicklich die Zornesröte ins Gesicht trieb. Vielleicht mag man mich da wiederum auch engstirnig nennen, weil ich kein Verständnis hatte…. Nun ja, ich lag am Hotelstrand, hörte zwei Frauen sprechen: “Also, das Essen hier, das mag ich ja nicht… Schmeckt dir das? Die machen überall so komische Gewürze rein.” Ja, “komische” Gewürze findet man wohl in jeder fremden Küche. Das sind eben die, die man nicht kennt, was sie wohl wiederum “komisch” macht.

Ich meine nicht, dass man alles lecker finden muss, was einem vorgesetzt wird, aber man sollte aufgeschlossen sein. Mir schmeckt ja auch nicht alles, aber ich bin grundätzlich ein neugieriger, offener Menschen und bin sehr, sehr froh, dass sich das durch mein Leben zieht. So sieht es natürlich auch mit dem Reisen an sich aus. Das Schöne ist: Es öffnet.

Deshalb habe ich mich im jetzigen Urlaub auch ans Meerschweinchen gewagt. Ne, ich meine nicht streicheln. Und auch nicht, dass ich ihm den Salat weggegessen habe. Ich habe das Meerschweinchen gegessen. Ja! Aber als, nun ja, Ragout. Nicht am Spieß. Da wäre es mir zu sehr als Tier erkennbar gewesen. Auch blöd, oder? Denn das ist es ja, was es ist..

Jedenfalls ist es in Peru eine Delikatesse. Ich erinnere mich noch genau, als ich mal angeekelt eine Freundin ansah, die sich das nämlich schon vor 8 Jahren im Südamerika-Urlaub gönnte. Aber 8 Jahre sind eine verdammt lange Zeit, in der ich mich stark weiterentwickelt habe. Was soll ich sagen: Ich fand es geschmacklich intensiv, nicht wie Hähnchen (womit ja immer alles verglichen wird, was exotisch ist), aber es ist nichts, was ich brauche. Deshalb reichte mir die einmalige Erfahrung dann auch.

Stattdessen habe ich habe viel Causa gegessen – mal mit Hähnchen, mal mit Thunfisch und mit Scampis oben drauf. Oder auch Papa a la Huancaina (das sind einfach nur Kartoffeln mit einer cremigen, würzigen Soße. Genrell sehr viel mit Kartoffeln oder auch allgemein vegetarische Gerichte – wegen der Höhe, wie ich ja schon hier erläutert habe.

Aber es gab auch Lomo al Pil-Pil mit Pommes (Fleisch mit einer Art dunkler Knoblauchsoße)… Ach ja, in diesem Fall sind alle Touris gesegnet. Falls ihnen das Fleisch nicht schmecken sollte, gibt’s ja den Berg Fritten, haha. Den gibt es besonders in Bolvien und Chile gerne mal dazu.

Wer das nicht will, labt sich an Ceviche. Ich bin extrem verrückt danach – und habe auch dort drüben gemerkt, dass es auf die Limette ankommt. Denn auch da sind natürlich Unterschiede vorhanden. Es gibt sehr saure und liebliche – und es ist die liebliche, die es sein muss. Erst dann wird die Ceviche perfekt. In Peru ist es übrigens üblich, es mit ein paar Stückchen Süßkartoffel, Zwiebel und krass großen Maiskörnern (sie haben 10000000000 Sorten dort) zu essen. Das ist DER Klassiker. Ähnlich habe ich es hier schon einmal gemacht, aber ich werde mich mal an der Variante versuchen, die wir in der Cevicheria gegeessen haben, denn die war einfach die beste, die ich je aß. Aji de Gallina aß ich – und bin sehr stolz, dass das Rezept, das ich im Vorfeld der Reise kochte ganz genau da war, was sie serviert haben – yeah!

Ja, diese Reise ist zuende. Die Zeit liegt hinter mir – und das, was kommt, wird immer weniger. Gesetz der Natur eben. Und deshalb ist es Zeit, diese Zeit pickepackevoll zu füllen. (Hahaha, was für ein Satz, aber ist ja auch so.) Ich mache das und bin gespannt, wie glücklich mich das nächste Abenteuer machen wird..

Übrigens ist es das beste Lebensrezept: Mach viele schöne Dinge… Da habe ich auch schon ein paar Vorsätze, die verrate ich aber im nächsten Blogbeitrag (oder übernächsten?, schauen wir mal).

Genießt! Langsam, intensiv, bewusst! Was? Na, diese Quesadilla. Die reicht übrigens für 2. Wegen zu viel Käse und Kohlenhydraten!

Für den Quesadilla:

  • 200 g Manchego
  • 85 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 EL Öl
  • etwas Salz

Für die Salsa:

  • Saft einer halben Limette
  • halbe Avocado
  • 4 Kirschtomaten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • halbe rote Zwiebel
  • etwas Chilipulver
  • 1 TL Olivenöl
  • Salz

Zubereitung:

Den Käse hobeln.

Mehl in eine Schüssel geben. Salz, Backpulver, Öl und 40 ml lauwarmes Wasser zugeben, mit einem Holzlöffel vermischen.

Mit den Händen 10 Minuten kneten, bis der Teig geschmeidig ist und nicht mehr klebt. 30 Minuten ruhen lassen.

Den Teig in 2 Stücke teilen, mit etwas Mehl bestäuben und zu runden Fladen (ca. 20 cm Durchmesser) ausrollen. In einer Pfanne mit etwas Öl ca. 30 Sekunden braten. Aus der Pfanne nehmen. Käse auf den Tortilla geben, den anderen Tortilla drauf legen, in die Pfanne geben, wenn der Käse etwas gescholzen ist, wenden. Warten, bis der Käse komplett geschmolzen ist.

Für die Salsa: Avocado, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln klein schneiden. Öl, Limettensaft hinzufügen und mischen. Mit Salz und Chili würzen.

Zusammen mit der Quesadilla servieren.



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